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Heiko Steinkühler - Bündnis 90 / Die Grünen (Bezirksvertretung Dornberg)

Heiko Steinkrüger antwortete am 20.10.2016 so:

Liebe Engagierte in Sachen Verlängerung der Linie 4 und Stadtteilentwicklung in Dornberg,

ich finde es großartig, dass sich nun doch noch eine starke Initiative in die Dornberger Stadtteilentwicklung einbringt. In den letzten Jahren war das Engagement etwas eingeschlafen, nachdem die politischen Gremien die Stadtbahnverlängerung im Grundsatz beschlossen haben. Erst die neuen Überlegungen seitens der Universität zur Zukunft des Hochschulstandortes und möglichen Erweiterungen in Dornberg haben ein neues Interesse entfacht, die Planungen noch einmal zu überprüfen.

Wir Dornberger Grünen haben in der Bezirksvertretung immer eine kritische Haltung zur Stadtbahnverlängerung Linie 4 eingenommen und dabei frühzeitig deren Bedarf grundsätzlich hinterfragt. Allerdings haben wir uns einer Mitarbeit in der Bezirksvertretung Dornberg dann nicht verweigert,  wenn es darum ging, nach erfolgten Mehrheitsentscheidungen für eine Verlängerung der Linie 4 über planerische Details zu sprechen. Auf diese Weise sollten bei der konkreten Umsetzung die unter den gegebenen Bedingungen am wenigsten schlechten Alternativen gesucht werden.

Zu den meisten Fragen muss ich nicht sehr ausführlich antworten, da ich mich weitgehend der von Ihnen/euch geäußerten kritischen Haltung anschließe.

Zu den allgemeinen Fragen:

1) Bevor es keine Klärung der offenen Fragen (Erweiterung der FH? Flächenbedarf der UNI? Für Forschung oder Wohnen? Kapazitätsgrenzen der Stadtbahn? etc.) gibt, sollte die Entscheidung über die Stadtbahnverlängerung aufgeschoben werden.

2) Zu klären wäre, worauf die Zahlen basieren. Es müsste zunächst einmal geklärt werden, wie die weitere Stadtteilentwicklung in Dornberg aussehen soll, bevor man den Bedarf an zusätzlichen Fahrten abschätzen kann.

3) Radfahren wäre natürlich eine gute Alternative. Wenn es aber um größere Raumplanungen geht, würde das wahrscheinlich nicht ausreichen. Eben darum müssten erstmal die Ziele geklärt werden.

4) Ja

5) Es geht ja nicht allein um den Kostenanteil der Stadt Bielefeld, sondern darum, ob die gesamten auf den Steuerzahler zukommenden Kosten, also auch die Zuschüsse des Landes NRW, gerechtfertigt werden können. Das erscheint mir zurzeit sehr fraglich.

6) Ich wäre dafür, die Verabschiedung des Bebauungsplans zu verschieben, bis der endgültige Bedarf der Hochschulen geklärt ist.

7) Ich glaube nicht, dass die Voltmannstraße den zusätzlichen Stadtbahnverkehr verkraften würde.

8) Genau diese Radschnellwege forden wir Grünen schon lange.

9) Soweit ich es sehe, wollen alle Hochschule diese Konzentration aus Gründen der Synergieeffekte auf den Campus Bielefeld. Das kann ich nachvollziehen. Ansonsten würde gesamtstädtisch wahrscheinlich noch mehr Verkehr entstehen.

Zur Haltestelle Schlosshofstraße:

10) Ich glaube nicht, dass es nur um die Erschließung des Campus Nord geht, sondern letztlich um eine Erschließung neuer Baugebiete. Insofern wird es sicherlich keinen Stopp der Linie 4 an der Langen Lage geben.

11) Keiner.

12) Das will ich ja eben nicht.

13) Wenn die prognostizierten Umsteigerzahlen stimmen, wären sie zu gering, um die negativen ökologischen Aspekte auszugleichen.

14) Den Bus 25/26 wird man m.E. nicht einsparen können, weil der Weg zur Stadtbahnhaltestelle Schlosshofstraße für viele zu weit wäre.

Zur Haltestelle Lange Lage:

15) Das vermag ich nicht einzuschätzen. Zurzeit wird aber nur mit geringen Beförderungszahlen gerechnet, die durch erhoffte (!) neue Institute (Max-Planck-Institut, Fraunhofer etc) hinzukommen sollen. Dadurch ließe sich der Stadtbahnbau nicht begründen.

16) s. Nr.15)

17) s. Nr. 15)

18) s. Nr.1)

Aus den genannten Gründen kann ich der geplanten Stadtbahnverlängerung in der Bezirksvertretungssitzung am 27.10.16 nicht zustimmen.

Mit besten Grüßen

Heiko Steinkühler

Bündnis 90/Die Grünen