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Bernd Vollmer - Die Linke (Bezirksvertretung Dornberg & Stadtentwicklungsausschuss)

Bernd Vollmer antwortete am 17.10.2016 so:

Bielefeld natürlich

Antworten zu Ihren gestellten Fragen:

1) Ich werde dem Bebauungsplan zur Stadtbahnverlängerung der Linie 4 zum aktuellen Zeitpunkt nicht zustimmen. Aus fachlicher Sicht halte ich die Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt für falsch. Weder ist das Stadtteilentwicklungskonzept noch das Anliegen der Arbeitsgruppe „Wissenschaftsstadt“ so weit entwickelt, dass zum jetzigen Zeitpunkt über eine Stadtbahnverlängerung beschlossen werden kann. Zuerst muss die perspektivische städtebauliche Entwicklung klar sein, bevor man über eine Versorgung durch den ÖPNV
entscheiden kann. Richtig ist allerdings, dass eigentlich erst der ÖPNV fertiggestellt sein muss, bevor das Gelände baulich entwickelt wird.

2) Ich kann lediglich dazu sagen, dass die Daten aus dem Verkehrsgutachten schon lange veraltet sind. Der Campus ist erschlossen, für den Campus-Nord gibt es keine konkreten Planungen, die eine Prognose zulassen.

3) Wir haben gerade eine deutliche Förderung des Radverkehrs beschlossen. Richtig ist aber auch, dass an vielen Stellen eine brauchbare und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr fehlt, so auch zwischen Bahnhof und Universität.  Ansonsten kann ich nur auf meine Antwort zwei verweisen.

4) Die Frage ist rein hypothetisch, solange es keine konkreten Planungen für den Campus-Nord gibt.

5) Im Moment gibt es keinen Zusatznutzen. Das Gutachten errechnet ein zusätzliches Stadtbahnfahrzeug für die Verlängerung. Das berücksichtigt aber Fahrplanreserven, die mit Dürkopp-Tor6 nicht mehr gegeben sind. Dann dürfte mindestens ein weiteres Fahrzeug notwendig werden. Aktuell erkennbarer Zusatznutzen ersteht nur, wenn das Baugebiet „Grunewaldstraße“ tatsächlich zum Zuge kommt. Auch werden einige Anwohner der
Dürerstraße neu auf die Stadtbahn umsteigen. Allerdings rechtfertigt dies nicht die zusätzlichen Betriebskosten.

6) Es wird dazu von mir einen Antrag geben.

7) Dieses hat durchaus – entgegen der Meinung verschiedener Bürger – einen Zusatznutzen.  Dieser ergibt sich aus verschiedenen Aspekten. Mittlerweile wohnen Studenten vermehrt im Bielefelder Osten, vor allem im Einzugsbereich der Linie 3. Für diese ist also eine durchgebundene Linie 3 interessant. Es gibt einen Entlastungseffekt für die Linie 4. Dazu kommt, es würde die unsymmetrische Nutzung der Linie 3 nur in Richtung Innenstadt aufheben und zu einer besseren Auslastung führen, das Gleiche gilt am Nachmittag. Mit der Stadtbahn werden weitere Wohngebiete an das Stadtbahnsystem angeschlossen
(Gellershagen). Zudem wird das Stadtbahnsystem bei Tunnelstörungen flexibler, die 4 stört heute bereits die Tunnelabläufe.

8) Eine Verbesserung der Radwegesituation wird kommen. Es wurden gerade zusätzliche Mittel im Rat beschlossen.

9) Ich hätte die Fachhochschule lieber im Osten Bielefelds gesehen. Es gibt auch heute noch die Möglichkeit, Teile der Fachhochschule im Bereich Lenkwerk/Wilhelm-Bertelsmann-Straße zu entwickeln. Allerdings ohne leistungsfähigen ÖPNV in diesem Bereich halte ich das für wenig sinnvoll.

10) Diese Frage stellt sich für mich so nicht. Die Linie 4 gehört nach Großdornberg, in wie weit die Weiterentwicklung des Campusgeländes und seines Umfeldes eine Stadtbahn braucht,  müssen die noch zu führenden Diskussionen zeigen. Auch für eine Verbindung von Linie 4 und 3 gibt es durchaus Trassenalternativen.

11) Die Beantwortung ergibt sich bereits aus meinen vorigen Antworten. Ich bin im Moment überhaupt nicht dafür, die Linie 4 zur Schlosshofstraße zu verlängern.

12) Ich hätte auch in der Vergangenheit einer Haltestelle am Rande des Dürerstraßenviertels nicht zugestimmt. Allerdings muss ich bei Ihrer Fragestellung auf einen Punkt hinweisen, im Sinne von Klimaschutz und Verkehrswende innerhalb einer Stadt kann es nicht sein, dass ein Viertel meint, sich von dieser Diskussion abkapseln zu können. Zu „Bielefeld natürlich“ gehört auch ein Klimaschutz, der diesen Namen auch verdient, und dazu gehört nun einmal, sehr drastisch gesprochen, deutlich weniger Autoverkehr und mehr Radfahrer und ÖPNV-Nutzer.

Wenn man das ohne Zwang erreichen will, müssen attraktivere Radwege und attraktivere ÖPNV-Angebote entstehen.

13) Auch diese Frage stellt sich mir so nicht. Im Moment ist die ÖPNV-Versorgung der Dürerstraße mit der Linie 25/26 ausreichend. Erst wenn es zu weiteren baulichen Aktivitäten kommen sollte (was zurzeit vollkommen offen ist), kann man eventuell noch einmal über die Stadtbahn an dieser Stelle nachdenken, allerdings nicht als Endpunkt. Zudem ist im von der BZV Dornberg beschlossenen Stadtteilentwicklungskonzept auch ein Erschließungskonzept für den ÖPNV zu entwickeln. In der Tat, dieses Geld ist im Moment für eine Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt besser angelegt.

14) Ist nicht mein Thema, da ich das nicht mit beschließen werde.

15) Grundsätzlich ist es so, dass zunächst einmal weitere Studierende durch das bereits  vorhandene Solidar-Semesterticket keinen Beitrag für die Kosten einer Stadtbahnverlängerung  erbringen. Hier ist dann auch eher das Problem, dass die Verbindung zur Universität/Fachhochschule aus dem Raum Jöllenbeck/Spenge/Enger grottenschlecht ist.

Die in der Potentialanalyse angesprochenen zusätzlichen 1600 Nutzer an der Haltestelle„Lange Lage“ sind aktuell versorgt. Die Potentialanalyse rechnet mit 2000 potentiellen Nutzern je Kilometer Strecke, also hier in diesem Fall brauche ich 2600 zusätzliche potentielle Nutzer. Studenten kann ich nicht wirklich berücksichtigen, die Bewohner der Dürerstraße sind versorgt. Also müsste über Campuserweiterungen und Wohnungsbau ein Potential von zusätzlichen 2600 Nutzern entstehen. Bei dieser Berechnung ist nicht berücksichtigt, dass die
Stadtbahn sicher einige zusätzliche Umsteiger im Umfeld der Dürerstraße generiert, doch ist dies aktuell zu vernachlässigen.

16) Ist mit 15 beantwortet.

17) Ja

18) Nein, aber die Frage stellt sich so nicht. Abhängig ist, wie der Stadtteil  Babenhausen/Dürerstraße in Zukunft gestaltet sein soll.