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FLÄCHENFRAß!

WIR FORDERN DEN SCHUTZ DES LANDSCHAFTS- UND ERHOLUNGSRAUMES DORNBERG - BABENHAUSEN

Fragen und Antworten zum Themenkomplex:
Das Ortsteilentwicklungskonzept

Ortsteilentwicklungskonzept Babenhausen / DornbergDas Ortsteilentwicklungskonzept, das mit den Bürgerinnen und Bürgern am 8.6.2017 im Bürgerdialog in der Grundschule Babenhausen diskutiert wurde, entstand aus einer Initiative der BV Dornberg, in der es eigentlich darum gehen sollte, den Stadtteil zu erhalten und analog zu Schröttinghausen zu ermitteln, wo man maßvoll hinzubauen könnte. Die beauftragte Stadtverwaltung hat jedoch einen anderen Weg eingeschlagen und daraus ein "Konzept" machen lassen, das eine erhebliche Benauung vorsieht. Das ist nicht im Interesse der Bürger/innen und diese haben das auf der Sitzung auch sehr deutlich gemacht (vgl. Pressechronik, NW, 9.6.2017).

Die Bürger/innen haben Äußerungen zu den Ideen gemacht, die nun von der Stadt bearbeitet werden.

Ein "Ortsteilentwicklungskonzept" - Eine gute Idee?

Im Prinzip ist ein Ortsteilentwicklungskonzept (wie es vor Jahren auch schon für den Ortsteil Schröttinghause aufgestellt wurde) eine gute Idee. Stärken und Schwächen der betroffenen Region können herausgearbeitet werden. Ideen und Konzepte für mögliche Entwicklungen können gegenübergestellt und verglichen werden.

Noch nicht überarbeitete Textfragmente:

  • Die Begeisterung der Politik über die Broschüre „Ortsteilentwicklung Babenhausen/Dornberg“ nicht nachvollziehbar. Es ist in der aktuellen Form im Wesentlichen eine Bestandsaufnahme. Vorhandenes Kartenmaterial (Lärm, Gewässer) wurde zusammenkopiert und mit vielen bunten Bildern einer intakten Natur aufgehübscht. Haben die begeisterten Politiker das Werk nicht gelesen? Oder gibt es noch mehr Informationen, die bislang nicht in die Öffentlichkeit gelangt sind? Es wäre schon ziemlich dürftig, wenn das alles ist, was CityFörster geliefert hat. Und das alles für € 100.000!
  • Wo sind Informationen über Bevölkerung, vorhandene Industrie, Pendelbewegungen, Entwicklungsprognosen für die beiden betroffenen Stadtteile?
  • Mobilität „Straßen und Wege“ ab Seite 41: Für Straßen ausschließlich Status Quo (Lärm, unübersichtlicher Verlauf, hohe Auslastung der Nebenstraßen, hohe Last auf Schloßhofstraße). Keine harten Fakten (können vorhandene Straßen zusätzlich Last aufnehmen?). Keine Vorschläge.
  • Mobilität Radverkehr: Keine neuen Vorschläge.
  • ÖPNV: Erweiterung Linie 3 nach Röteweg vorgeschlagen. Erweiterung Linie 4 bis Dürerstraße.
  • Markierte Flächen für Gewerbe und Hochschulerweiterung nach FNP sind markiert. Damit wird der Eindruck erweckt, dass diese Zuordnung schon „gesetzt“ ist. Das stimmt so aber nicht! Das Gelände für die „Hochschulerweiterung“ gehört z.B. nicht dem Land. Weder Land noch Uni haben Geld um diesen Grund zu erwerben und zu „entwickeln“.
  • Die auf Seite 60 für die Entwicklung definierten Ziele sind nett formuliert. De facto geht es aber doch weniger um eine – weitgehend unstrittige – Randbebauung, sondern vielmehr um eine Erweiterung in die Fläche und ein Zusammenwachsen der bislang getrennten Bereiche zum urbanen Raum der Stadtmitte. Die angegebenen Beispiele haben keinen konkreten Bezug zum Projekt (Fotos vom Bürgerpark und rollenden Supermärkten). Was soll das?
  • Konkreter wird das Ganze erst ab Seite 73 („Leitbild“), insbesondere die Darstellung als Text auf den Seiten 77/78. Echte Pläne findet man auch hier nicht … im Wesentlichen ist es nur eine neue Karte mit schraffierten Bereichen für die Bebauung. Davon hatten wir im letzten Jahr schon ziemlich viele. Welcher Art die Bebauung sein soll (Einfamilienhäuser? Geschosswohnungsbau?) bleibt offen.
  • Neu ist, dass erstmalig offen über die Erweiterung von Gewerbeflächen gesprochen wird. Welche Art dieses Gewerbe haben soll und ob das sinnvoll ist, wird nicht thematisiert.
  • Wenn die schraffierten Bereiche „erschlossen“ und bebaut werden, reden wir je nach Art der Bebauung von mehreren 10.000 Einwohnern die dorthin ziehen sollen. Wohnortnahes Arbeiten, Einkaufen und (weiterführende) Schulen wird es realistisch nur für eine verschwindende Minderheit geben. Der Rest ist auf gute verkehrliche Anbindung Richtung Innenstadt und in den Außenbereich angewiesen. Gerade für die Industrie ist die Anbindung nach außen essentiell (und momentan in einem katastrophal schlechten Zustand).
  • Es gibt in der Broschüre keine Konzepte für die verkehrliche Anbindung dieses neuen Stadtteils – noch nicht einmal in Grundzügen. Klar ist:
    • Selbst wenn es einen Lückenschluss der Stadtbahnlinien 3 und 4 geben sollte, wird diese Linie nur einen Bruchteil des Gesamtverkehrs aufnehmen können (Größenordnung 20%). Höhere Werte sind nur für Schulen und Hochschulen erreichbar. Mit dem absehbaren Scheitern der Verlängerung der Linie 4 wird die Stadtbahnführung in diesem Bereich unwahrscheinlich. Mit Bussen wird man insgesamt eher einen noch kleineren ÖPNV-Anteil erreichen.
    • Gute Radwege wären toll, Optionen dazu werden momentan mit dem Umbau der Schloßhofstraße „verbaut“. Realistisch sind hier allenfalls 10%.
    • Für die restlichen 70% der Fahrten: Motorisierter Individualverkehr. Wo ist das Straßennetz dafür? Können das die Zubringer in die Stadt und nach außen leisten? Gerade solche Fragen sollten doch von einem „Entwicklungskonzept“ beantwortet werden!
  • Es ist schwer verständlich, warum sich die Suche nach bebaubaren Räumen auf die Zone Poggenpohl/Röteweg konzentriert, die verkehrlich kaum erschlossen sind und von Straßen kaum zu erreichen sind. Eine sinnvolle Alternative wäre doch das Zusammenwachsen von Dornberg und Großdornberg über die Werther Straße. Pläne für eine Stadtbahntrasse gibt es dort bereits. Der Anschluss an das Straßennetz ist besser. Flächen gibt es dort auch. Im Bereich „Fürfeld“ wird dort gerade ein neues Baugebiet erschlossen.
  • Bezeichnend ist, dass noch im Februar von Herrn Fortmeier eine Stadterweiterung in diesem Ausmaß als „definitiv ausgeschlossen“ bezeichnet wurde. Wie ist es mit der Glaubwürdigkeit der Politik bestellt, wenn es in so kurzer Zeit zu so eklatanten Wiedersprüchen kommt?

 

FAZIT
Hier hat die Stadt € 100.000 für eine Hochglanzbroschüre ausgegeben, die wenig mehr enthält als schon längst bekannte Statistiken aufgehübscht mit neuen Bildern und blumigen Phrasen der "Stadtentwickler". Neu sind allerdings Karten in denen riesige Areale schraffiert sind, die zukünftig bebaut werden sollen. Eine Begründung für eine so großflächige Stadterweiterung gibt es nicht ... und auch Konzepte für eine mögliche Verkehrserschließung der Gebiete werden nicht vorgestellt. Es fällt schwer zu sehen, wie dieses Dokument Grundlage für Planungen von Politikern und einen Dialog mit Bürgern sein soll.

Aktuell

Präsentation der Bürgerinfo vom 20.11.

 
Jetzt wird es ernst:

DIe Entscheidung zur Linie 4 fällt in den politischen Gremien:


am 30.11.2017 in der BV Dornberg
am 5.12.2017 im Stadtentwicklungsausschuss
am 14.12.2017 im Stadtrat


DIe Einwendungen wurden, wie zu erwarten war, alle abgelehnt - mit zum Teil mindestens tendenziösen Interpretationen der Gutachten im Sinne der politisch gewollten Sicht
(Nur ein Beispiel: es wird angeführt, die Potenzialanalyse von moBiel hätte die Erweiterung der Linie 4 empfohlen. Das ist zwar nicht unwahr, aber gleichzeitig ist diese Variante nie vergleichbar untersucht worden und alle Zahlen des Gutachtens sprechen gegen eine Empfehlung!. Auch weitere Darstellungen zur angeblich besseren Wirtschaftlichkeit der Linie 4 gegenüber Bussystemen sind für den Fall der Linie 4 mindestens tendenziös.
Wir laden jeden Politiker, der sich vor der Abstimmung auch über eine kritische Sicht der Verwaltungsvorlage informieren will, ein, uns zu kontaktieren.

Die Ablehnungen sind hier nachzulesen.
 
Medizinfakultät für Bielefeld auf dem Stammgelände der Universität

"Bielefeld-natürlich!" begrüßt die Initiative der neuen Landesregierung zum Aufbau einer Medizinfakultät als wichtiges Zukunftssignal für OWL, als Stärkung des Hochschulstandortes Bielefeld und als Gewinn für die Stadt Bielefeld.

Wir begrüßen, dass bei der Standortfrage offenbar die Stammfläche der Universität (Bebauung der Parkhausflächen) und keine neue Landschaft im Außenbereich ins Visier genommen wird (NW vom 15./16.7.).
Die Universität hat offenbar die Vorteile dieser Nahflächen erkannt. Wir fordern nun das Land NRW auf, die Universität hierbei zu unterstützen und erwarten von der Stadt Bielefeld, endlich die Linie 4-Verlängerung zu beerdigen. Spätestens jetzt sollte jedem Lokalpolitiker klar werden, dass die Lange Lage für Erweiterungen nicht in Frage kommt und die Stadtbahn nicht gebraucht wird! Schnelles Baurecht für Erweiterungen erhält man gerade nicht auf der Langen Lage!
Zum Nachlesen
Ortsteilentwicklungskonzept,
das mit den Bürgerinnen und Bürgern am 8.6.2017 in der Grundschule Babenhausen diskutiert wurde
 
Unsinn "Verlängerung Linie 4"
Wegezeiten für Pendler zum Campus Nord und Anwohner des Dürerviertels: Linie 4 vs. Buslinie 25/26 vs. Radfahren -
Ergebnis: Kein Zeitvorteil für die Stadtbahn! Mit dem Fahrrad ist man selbst bei nicht optimierten Bedingungen am schnellsten.