STOPPT DEN
FLÄCHENFRAß!

WIR FORDERN DEN SCHUTZ DES LANDSCHAFTS- UND ERHOLUNGSRAUMES DORNBERG - BABENHAUSEN

Bielefeld, natürlich mit uns Bürger/innen

Bielefeld natürlich ist eine Initiative von Bürgerinnen und Bürgern, die sich gegen die Pläne der Politik wendet, den gesamten Bielefelder Westen zwischen Dornberg und Babenhausen im Rahmen einer stetigen Stadterweiterung zu bebauen bzw. für künftige Bebauung vorzusehen.

Worum geht es?

Von der Stadtverwaltung werden - weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit - mehrere Projekte vorangetrieben, mit denen der gesamte Bielefelder Westen zwischen Dornberg und Babenhausen "erschlossen" und bebaut werden soll. Es werden unterschiedlichen Flächen diskutiert, deren Grenzen in den obigen Kartenausschnitten dargestellt sind. Zählt man die Flächen zusammen, geht um insgesamt mehr als 450 ha, das sind 4 500 000 Quadratmeter! Diese Pläne sind sehr konkret: Bereits mit der Verlängerung der Linie 4 (geplanter Baubeginn war in 2017) sollen Fakten geschaffen werden. Eine weitere Bebauung wird dann kaum noch zu verhindern sein. Auf diesen Seiten wird gezeigt, wie es momentan in der Landschaft aussieht.
Einen guten Einstieg in das Thema liefert unsere Pressechronik.

Was wären die Konsequenzen?

Würden diese Pläne ganz oder in Teilen umgesetzt, würden der Bielefelder Westen und die Stadtentwicklung insgesamt nachhaltig verändert:

  • Ein neuer Stadtteil entstünde auf der "grünen Wiese". Politiker sprechen momentan von 10.000, fürher von ca. 8.000, aber auch schon einmal von bis zu 30.000 neuen Einwohner*innen!
  • Ein solches Areal kann nicht nur mit der Stadtbahn erschlossen werden. Neue Straßen werden gebaut und ausgebaut werden müssen, um den Bezirk nach innen und nach außen anzubinden.
  • Die Menge des Verkehrs wird im Bielefelder Westen auf unerträgliche Werte ansteigen - im motorisierten Verkehr, aber auch im ÖPNV.
  • Mehrfache Hinweise des Oberbürgermeisters in der Presse lassen es wahrscheinlich erscheinen, dass neben der Wohn- auch Gewerbebebauung geplant ist.
  • Durch die Konzentration der Stadtentwicklung auf den Bielefelder Westen würde für die anderen Stadtbezirke auf Jahrzehnte hinaus weniger investiert werden können.
  • Eine einzigartige Landschaft würde unwiederbringlich zerstört.


Die stark verschuldete Stadt Bielefeld hat weder die personellen noch die finanziellen Ressourcen für die Realisierung eines solchen Projektes. Planung und Umsetzung würden also an auswärtige Investoren vergeben. Schaut man sich den ersten Teilschritt - die Verlängerung der Linie 4 - an, wird klar, was auf uns zukommt:

  • Seit Beginn der Planungen haben sich die Kosten verdoppelt. Realistisch muss man bei Realisierung von mindestens 15-20 Millionen Euro ausgehen – finanziert natürlich aus Steuermitteln.
  • Selbst nach den optimistischen Schätzungen von moBiel wird die Verlängerungsstrecke defizitär sei (in der Größenordnung von 511.000 €/Jahr).
  • Dieses Geld fehlt natürlich an anderer Stelle – oder es muss durch Steuer- und Fahrpreiserhöhungen von allen aufgebracht werden.
  • Bereits jetzt ist die Linie 4 zu Stoßzeiten hoffnungslos überlastet. Noch mehr Fahrgäste würden die Attraktivität weiter schmälern.
 

Ist die Verlängerung der Linie 4 und eine Stadterweiterung in diesem Umfang nötig?

Wir haben Informationen zusammengetragen, die eindeutig das Gegenteil beweisen:

  • Das für die Universitäten auf dem "Campus Nord" gewünschte Baurecht hätte leichter, billiger und schneller durch eine Änderung des Bebauungsplans hergestellt werden können - aber nun ist der Bebauungsplan zur Verlängerung der Linie 4 vom Rat beschlossen worden.
  • Die Anbindung der Fachhochschule würde/wird durch die geplante Trasse nicht besser - die vorhandene Haltestelle "Wellensiek" ist nur 50 Meter weiter entfernt, die Fahrzeit würde sich mindestens um 2 Minuten, die Wegezeit um 4-5 Minuten erhöhen.
  • Optionen für eine zügige(!) Verbindung der Linie 4 zur Endhaltestelle Babenhausen Süd würden verbaut. Durch die zwangsläufig entstehenden Langsamfahrstrecken von 22km/h auf den 1,3 km wäre/wird die Verbindung schon jetzt unattraktiv. Ob eine solche Verlängerung ("Ringschluss" überhaupt sinnvoll und wirtschaftlich, sowie ökologisch tragbar wäre, müsste ohnehin zunächst nachgewiesen werden. Momentan ist die Linie 31 extrem gering frequentiert - so hoch kann der Bedarf also nicht sein.
  • Sinnvoll würde die Verlängerung der Linie 4 nur als erster Schritt zu einer Totalbebauung der Dornberger Bachauenlandschaft. Mit "Wissenschaftsstadt" hat das Vorhaben wenig zu tun - der Flächenbedarf der Universitäten ist im Verhältnis zur Gesamtfläche unerheblich.
  • Sowohl Universität als auch FH gehen von "auf hohem Niveau stagnierenden Studierendenzahlen" aus.
  • Berichte über Bielefeld als angeblich am schnellesten wachsender Großstadt Deutschlands wurden von einer Bank zur Immobilienfinanzierung in Auftrag gegeben. Offizielle Schätzungen kommen auf wesentlich kleinere Zahlen.
 

Wir wollen, dass...

Bielefeld – natürlich eine Weiterentwicklung erfährt - aber maßvoll,

  • nachhaltig und im Sinne seiner Bewohner*innen wächst - aber nur wenn es notwendig ist und mit schlauen Ideen und Konzepten für die Zukunft,
  • planvoll dabei vorgeht - aber nur aufgrund objektiver, transparenter und belastbarer Fakten und Zahlen,
  • den Prozess in allen Phasen ergebnisoffen, öffentlich und transparent mit wirklicher Beteiligung der Bürger*innen durchführt,
  • nur bei überzeugender Alternativlosigkeit weiteren Flächenverbrauch beschließt,
  • lebenswert bleibt bei Erhalt dessen, was die Stadt neben anderem einzigartig und attraktiv macht: die grünste Großstadt Deutschlands zu sein.
 
 
DESHALB:
Wir sind dagegen, dass hier ein gigantischer Stadtaußenbereich dem Wachstums- und Zentralisierungsdenken der Hochschulen, Stadtverwaltung und Wirtschaft geopfert wird.

Aktuell

Klimastreik
Aufruf zur Teilnahme am nächsten weltweiten Klimastreik von Fridays for Future in Bielefeld am 29.11.2019 um 12:05, diesmal am Kesselbrink

Klimastreik
12.09.2019
Gutachten zur Kosten-Nutzen-Berechnung der Stadtbahnverlängerung muss für den Fördermittelgeber nachgebessert werden
Wir haben erfahren, dass offenbar nicht nur wir die Berechnung des volkswirtschaftlichen Nutzwertes anzweifeln. Offenbar will auch der Fördermittelgeber NWL (Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe), dass das Gutachten noch einmal besser durchgerechnet wird.
9.9.2019
Stadtbahn über das Feld nach Ortsteilentwicklungskonzept  führt zu Abriss von neu gebauter Haltestelle, von Gleisen, anderen Bauten und evtl. Teilen der Dürerstraße samt Kreisverkehr
Die Verwirklichung der Weiterführung der Stadtbahn über den Poggenpohl (OEK, S.37) bedeutet, dass die neu zu bauende Endhaltestelle Dürerstraße (die dazu dienen soll, dass die Linie 4 irgendwann durch die Dürerstraße geführt wird), ca. 100m Gleis, eine Lärmschutzwand, sowie Infrastrukturbauten (z.B. der Aufenthaltsraum), d.h. alles Neubauten, mit dem Weiterbau über das Feld wieder abgerissen und 100m vorher wieder aufgebaut werden müssen. Dasselbe gilt möglicherweise für einen Teilabriss der dann neuen, an die Haltestelle anhängenden Dürerstraße samt Kreisverkehr.
Das ist für uns (und bestimmt auch für den Bund der Steuerzahler/innen) zum einen eine weitere Verschwendung von Millionen EUR Steuermitteln. Zudem fragen wir die Politik, was das für den Gestaltungsplan des Bebauungsplans Grünewaldstraße bedeutet, z.B. hinsichtlich der Lärmbelastung des künftigen Wohngebietes und hinsichtlich der Wegeachse, für die extra der gut erhaltende ortsbildprägende Kotten abgerissen werden soll.
 
1.9.2019
160 Personen beim Schnatgang
Es gab eine Station, an der die Beeinträchtigung des Gebietes durch den Weiterbau der Schloßhofstraße und der Stadtbahnlinie über eine Brücke über den Babenhauser Bach (Höhenunterschied: 7 Meter) visualisiert wurde.
Außerdem wurde das Gutachten zur Wirtschaftlichkeit der Linie 4 bis Dürerstraße (sog. "standardisiertes Verfahren") kritisch hinterfragt. Weiterhin konnten die Schnatgänger die Bedeutsamkeit der Bachauen des Babenhauser Baches und des Johannisbaches vor Ort erleben.
Ein Landwirt erklärte die existenzielle Bedrohung seines Betriebes bei der Abgabe von Flächen und erläuterte die herausragende Bodenqualität in Babenhausen (80-90, dagegen in Senne 30-40). "Bielefeld-natürlich" stellte die stadtklimatisch herausragende Bedeutung des Gebietes zur Kaltluftversorgung für die Stadtteile Gellershagen und Schildesche vor, deren Wichtigkeit in den Sommern 2019 und 2018 direkt erlebbar war. Die Bebauung würde zu einer Aufheizung der Stadtteile führen.

 
2.5.2019
Das überarbeitete Ortsteilentwicklungskonzept

Hier weitere Informationen seitens der Stadt. Vor allem die konkrete Planungsskizze ist erschreckend-interessant. Alle unsere warnenden Überlegungen zum Thema Verkehr werden drei Jahre später bestätigt. Konkret bedeutet es: auf dem Wäldchen am Poggenpohl/Röteweg und den Feldern herum ist eine bis zu fünfgeschossige(!) Bebauung vorgesehen. Insgesamt muss zunächst von 20.000 zusätzlichen Kfz-Bewegungen ausgegangen werden (die hoffnungsvoll schöngerechnet werden) - mehrere Tausend davon betreffen die Schloßhofstraße.
 
8.6.2017
Ortsteilentwicklungskonzept, in der Version, wie sie heute mit den Bürgerinnen und Bürgern in der Grundschule Babenhausen diskutiert wurde
 
Radentscheid Logo

Wir unterstützen die Ziele des Radentscheides Bielefeld, weil wir der Meinung sind, dass der ÖPNV zwar unverzichtbar ist, um eine lebenswertere Stadt zu erhalten und den motorisierten Individualverkehr zurückzudrängen, aber die Möglichkeiten des Umstieges auf das Fahrradfahren in Bielefeld  immer noch stark unterschätzt werden - auch sichtbar an den Begründungen und Skizzen der aktuellen Planungen.